DIE GESCHICHTE des Automobilbaus in der DDR
Schwierige
Bedingungen für den Neustart nach 1945
Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte nach einem Beschluß
des Aliierten Kontrollrates die Demontage der deutschen Rüstungsbetriebe, zu
denen auch die Autounion und damit die Betriebe Horch und Audi in Zwickau gehörten.
Ein weiterer Beschluß dieses Gremiums verbot die Automobilproduktion in den
Besatzungszonen. Nach der Lockerung dieser Anordnung begann dann aber doch wieder
eine bescheidene Motorisierung.
In Zwickau wurde bei Audi von 1949 bis 1955 in kleinen Stückzahlen wieder der
beliebte Vorkriegs-Kleinwagen DKW F8 als IFA F8 produziert.
Auf dem Gebiet der DDR gab es damals nur eine sehr bescheidene Grundstoffindustrie
und die dort gelegenen Betriebe waren von den traditionellen deutschen Stahlrevieren
in Oberschlesien und im Ruhrgebiet abgeschnitten. Das erschwerte hier die Bedingungen
für einen Neustart im Automobilbau in besonderem Maße. Eklatant war vor allem
der Mangel an Tiefziehblechen für den Karosseriebau, die unter ein Handelsembargo
der westlichen Staaten gegen die DDR fielen. Um überhaupt Personenwagen in nennenswerter
Stückzahl bauen zu können, wurde mit der Entwicklung eines Kunststoffes als Ersatz für Karosseriebleche begonnen.
14. Januar 1954
Am 14. Januar 1954 begann die eigentliche Geschichte des Trabant.
An diesem Tag bekam der Minister für Maschinenbau vom Präsidium des Ministerrats
der DDR folgenden Beschluss: "Um dem Mangel an Autos aus volkseigener Produktion
abzuhelfen, soll ein Kleinwagen mit folgenden Echdaten entwickelt werden:
Kleinwagen mit zwei Haupt- und zwei Nebensitzen
Gewicht des fahrfertigen Wagens maximal
600 kg
Kraftstoffverbrauch 5,5 Liter/100 km
Jahresproduktion 12.000 Stück
Preis 4.000 Mark ab Werk
Verwendung von Kunststoff für die Karosserie
Entwicklungszeit 18 Monate
Es sollte noch mehr als vier Jahre dauern, bis der im Ministerratsbeschluss
genannte "P 50" (P für Personenwagen,
50 für 500 ccm Hubraum) erschien.
1955 bis 1959
Nach gründlicher Vorerprobung ging der Typ P 50 am 7. November 1957
in die Vorserien- und am 10. Juli 1958 in die Serienproduktion. Kurz vor Serienbeginn
kam es am 1. Mai 1958 zum Zusammenschluß der beiden traditionsreichen
Zwickauer Firmen Horch und Audi.
Vor dem Zusammenschluß hieß das ehemalige Werk
Horch "VEB Kraftfahrzeugwerk Zwickau" (AWZ).Um den neuen Namen für den vereinigten
Betrieb wurde in der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Betriebszusammenschlusses
heftig diskutiert, weil er beiden Betrieben gerecht werden sollte. Man einigte
sich schließlich auf den Firmennamen "VEB Sachsenring Automobilwerke
Zwickau".
Für den Kleinwagen P 50 war von vornherein eine Kunststoffkarosserie vorgesehen. Da
aber zum Zeitpunkt der Geburt dieser Idee weder eine Fahrzeugkonstruktion noch
Produktionseinrichtungen vorhanden waren, wurde für die Erprobung der Kunststoffkarosserie
aus dem IFA F 8 schnell ein Zwischentyp P 70 "Zwickau"
geschaffen, 1955 auf der Herbstmesse in Leipzig vorgestellt und in den Jahren
1955-59 gebaut.
Die Umstellung war desshalb so schnell möglich, weil der PKW F 8 eine Karosserie mit Holzgerippe hatte und somit die erforderlichen Produktionsmittel
im Werk Audi selbst hergestellt werden konnten.
An 36.796 Exemplaren wurden die notwendigen Erfahrungen zur Anwendung des neuen
Werkstoffes, einem Duroplast, gesammelt. Damit waren
auf diesem Sektor Vorausestzungen für einen störungsfreien Serienanlauf des P 50 gegeben. War der P 70 das weltweit erste Serienfahrzeug
mit Kunststoffkarosserie, so war und ist
der Trabant das erste und einzige Großserienfahrzeug dieser Art.
Der Typ P 50 bekam im Gegensatz zum Vorgänger P 70
eine selbsttragende Rohkarosserie aus Stahlblech. In beiden Fällen wurden jedoch
Duroplastteile für die Außenbeplankung verwendet. An der selbstragenden Karosserie
des P 50 war der gesamte Frontantriebsblock in Form eines "Fahrschemels"
angeflanscht. Im Falle einer größeren Reparatur konnte der Fahrschemel durch
Lösen der sechs Befestigungsschrauben schnell vom Fahrzeug getrennt werden.
Alle Teile des Frontantriebsblocks waren dann sehr gut zugänglich.
Den Namen "Trabant" erhielt der Kleinwagen erst nach Produktionsbeginn, er war
das Ergebnis einer Wettbewerbsauschreibung und stand einerseits für "Begleiter
des Menschen", andererseits erinnerte er an den Start des ersten künstlichen
Erdtrabanten (Sputnik) am 04.10.1957, kurz vor Beginn der Vorserienfertigung.
Die angewandten Konstruktionsprinzipien verschafften dem Trabant dann auch bald
den Ruf eines zuverlässigen, störungsarmen und leicht reparierbaren Fahrzeugs
mit geringen Betriebskosten. Allerdings wurden mit zunehmender Herstellungsdauer
die Wünsche nach mehr Komfort unüberhörbar. Diesen wurde 1962 mit einem stärkeren
Motor (600 ccm, 23 PS [P 60] statt 500 ccm, 18 PS [P 50/1]
bzw. 500 ccm, 20 PS [P 50/2]), 1964 mit einer neuen, verbesserten
Karosserie (P 601), 1966 mit einer "Luxusausführung" und ab Anfang 1969
mit neuem Motor (600 ccm, 26 PS) entsprochen. Damit war aber auch
das Ende der Weiterentwicklung und Produktion des Trabant vorgesehen, denn zur
gleichen Zeit begann die Entwicklung des Nachfolgemodells P 603, das 1967
mit einer neuartigen Vollheckarosserie aus Duroplast und einem Wankelmotor in
Serie gehen sollte.
Wankelmotor für den Nachfolgetyp
Die Entwicklung von Wankelmotoren,
auch Kreiskolbenmotor genannt, wurde in der DDR kurz nach der Vorstellung durch
die Neckarsulmer Firma NSU begonnen und verlief dann später im Rahmen der Entwicklungsgemeinschaft
um NSU. Nach schnellen Anfangserfolgen konnte aber die 1965 erforderliche Serienfreigabe
nicht erteilt werden, weil insbesondere das Problem der "Rattermarken" seinerzeit
noch nicht gelöst war. Auch die Abgaszusammensetzung (für die es damals allerdings
noch keine Vorschriften gab) war ungünstiger als bei Hubkolbenmotoren.
Der Termin 1967 für den Serienanlauf des sehr fortschrittlich konzipierten Trabant-Nachfolgers
P 603 war hierdurch zwar gefährdet, das Fahrzeug hätte jedoch auch mit
einem anderen Motor ausgerüstet werden können. Es erfolgte aber seitens der
staatlichen Planungsorgane keine volkswirtschaftliche Einordnung der materiellen
und finaziellen Fonds für den Neubau eines Motorenwerkes. Heute existiert vom
P 603 leider nur noch ein Holzmodell.
Weshalb kam der Nachfolgetyp nicht?
An sich wäre für den neuen Typ breits damals ein neues
Herstellungswerk nötig gewesen, zumindest aber eine Betriebserweiterung. Der
bestehende Mangel an Baustoffen, Arbeitskräften und Werkzeugmaschinen war natürlich
der Betriebsleitung von Sachsenring bekannt.
Um eine Ablehnung des neuen Fahrzeugtyps seitens der für Investitionen zuständigen
Stellen in Berlin aus diesen Gründen zu vermeiden, hatte man bei Sachsenring
dafür gesorgt, daß der P 603 weitgehend mit vorhandenen Einrichtungen hätte
hergestellt werden können und nur ein Teil neuer Ausrüstungen erforderlich gewesen
wären.
Aber auch dieser Teil war für eine Ablehnung noch groß genug. Gründe dafür waren:
der eigene durchaus leistungsfähige Werkzeugmaschinenbau war durch Exportverpflichtungen
(teilweise noch Reparationen an die Sowjetunion) voll ausgelastet. Die mit dem
kalten Krieg verbundenen Embargo-Auswirkungen zwangen die DDR zum Aufbau einer
eigenen Grundstoff- und Zulieferindustrie. Das groß angelegte ehrgeizige Landwirtschaftsprogramm
zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung und die Nachwirkungen geleisteter
Reparationen ließen den Neuanlauf finaziell nicht zu.
Verordnete Entwicklungsagonie bei Sachsenring
Für Sachsenring gab es eine Entwicklungssperre bis Anfang der
70er Jahre. Hatte man 1964 schon die Losung ausgegeben, jetzt alle verfügbaren
Kräfte auf den Nachfolgetyp zu konzentrieren und keinen Handschlag mehr an eine
Weiterentwicklung des Trabant zu vergeuden, mußte man auch nach 1967 wohl oder
übel doch dieses Fahrzeug weiterproduzieren.
Da es keine neuen Produktionseinrichtungen gab, mußte sich die Weiterentwicklung
auf Materialeinsparungen und auf kleine Verbesserungen, die mit selbstgebauten
Rationalisierungsmitteln serienwirksam werden konnten, beschränken.
Ab Mitte der 60er Jahre bereitete der Zweitaktmotor des Trabant auch Schwierigkeiten
im Export. Die bei Sachsenring begonnene Entwicklung eines Viertaktmotors mußte
abgebrochen werden, weil die dafür erforderlichen Taktstraßen nicht bereitstellbar
waren. So nahm die Wirtschaftsleitung der DDR notgedrungen den Exportrückgang
bei PKW in Kauf.
Neue Hoffnung: ein Gemeinschaftsauto mit den Tschechen
Typisch für die damalige Situation in den RGW Staaten war,
daß mit Ausnahme der DDR in allen anderen Staaten der PKW-Bau gefördert wurde.
Das galt besonders für die Tschechoslowakei.
Aber auch dort hatte die erste Erdölkrise Anfang der 70er Jahre Finazlöcher
hinterlassen, so daß die CSSR der DDR den Vorschlag unterbreitete, ein PKW-Modell
gemeinsam zu entwickeln und in Arbeitsteilung zu bauen.
Das Fahrwerk sollte aus Rationalisierungsgründen einheitlich sein, während zur
Vermeidung einer Uniformierung im Straßenbild in beiden Staaten unterschiedliche
Karosserien vorgesehen waren. Die Stückzahlen sollten rund verdreifacht werden,
um besonders die langen Bestellfristen abzubauen.
Nach Abschluß der Entwicklung, als die Produktionsvorbereitungen beginnen sollten,
wurden Kapazitätserfordernisse sichtbar, die mit den volkswirtschaftlichen Bilanzen
nicht in Übereinstimmung zu bringen waren. Versuche zur Kooperation mit französichen
Automobilkonzernen brachten nicht das gewünschte Ergebnis, führten aber - wenn
auch mit Terminverzug - immerhin zur Errichtung von Teilkapazitäten auf
Lizenzbasis und zu Ausrüstungslieferungen.
Für das Projekt gab es bereits einen Ministerratsbeschluß und ein Regierungsabkommen
DDR-CSSR. In einer Sitzung des Politbüros der SED am 3. April 1973
wurde dann allerdings vom Sekretär für Wirtschaft festgelegt, daß die Angelegenheit
nicht entscheidungsreif wäre.
Das Gesamtvorhaben wurde zunächst für den Zeitabschnitt eines fünf Jahresplanes
zurückgestellt und später aufgrund einer Entscheidung zur vorrangigen Entwicklung
der Mikroelektronik in der DDR völlig aufgegeben.
Der Trabant blieb weiter in der Produktion. Die Aktivitäten waren auf Stückzahlsteigerung
ausgerichtet. Technische Verbesserungen gab es weiterhin nur in dem Rahmen,
den die spärliche Zuteilung von Werkzeugmaschinen zuließ.
Nochmals Hoffnung: das Gemeinschaftsauto in der DDR
Ende der 70er Jahre gab es den Versuch, das verhinderte "Gemeinschaftsauto
DDR-CSSR" durch Zusammenarbeit der Automobilwerke Zwickau und Eisenach innerhalb
der DDR zu realisieren, um vor allem zu größeren Stückzahlen zu kommen. Das
Vorhaben scheiterte am subjektiven Widerstand der Leitung des Werkes Eisenach,
das nicht zu einem Zulieferbetrieb von Sachsenring werden, sondern Endproduzent
mit einem eigenen Fahrzeugtyp bleiben wollte.
Endlich: ein neues Werk in Sicht
Inzwischen war der Trabant schon 20 Jahre in Produktion
und hatte damit von der Produktionsdauer bereits das legendäre Ford-T-Modell
übertroffen. Der Zwang zu einem neuen PKW-Werk war immer größer geworden. Die
Wartedauer auf ein neues Fahrzeug betrug bereits 10 Jahre. Der Unwille der Bevölkerung
über diesen Zustand war inzwischen so deutlich geworden, daß er auch im Politbüro
nicht mehr ignoriert werden konnte.
So entschloß man sich trotz der durch die zweite Erdölkrise verursachten negativen
Auswirkungen endlich zum Neubau eines PKW-Werkes. Dieses sollte - wiederum
aus finanziellen Gründen - etappenweise entstehen. Für die Modellpolitik
im Automobilbau ist ein solches Verfahren nicht so günstig, aber die Zwickauer
Automobilbauer waren glücklich, daß endlich wieder Licht am Ende des Tunnels
zu sehen war.
Als Standort für das neue Werk war ein gut geeignetes Gelände nördlich von Zwickau
in der Gemeinde Mosel freigegeben worden. Die erste Etappe war ein Gelenkwellenwerk,
das in Zusammenarbeit mit Citroën entstand.
Entwicklungsseitig wurde zu Begin der 80er Jahre an einer neuen, strömungsgünstigen
Karosserie gearbeitet, die aber auf das alte Trabant-Fahrwerk passen mußte,
denn es gab nach wie vor keine neuen Produktionseinrichtungen. Gleichzeitig
konnten zwei Motorenentwicklungen durchgesetzt werden. Einmal wurde der bisherige
Trabant-Zweitaktmotor (mit Vergaser) auf eine elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung
umgestellt, zum anderen wurde ein Dreizylinder-Dieselmotor entwickelt.
Die erste Entwicklung war dem Zwang geschuldet, keine neuen Produktionsmittel
zu beanspruchen, das war bei der zweiten, dem Dieselmotor natürlich nicht der
Fall. Hier spielte aber die Tatsache eine Rolle, daß die DDR damals Dieselkraftstoff
leichter als Ottokraftstoff bereitstellen konnte.
Die elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung brachte als Hauptergebnis eine
Kraftstoffeinsparung von 18 Prozent gegenüber dem Vergaserbetrieb, der
Dieselmotor, der von Anfang an bemerkenswert gut lief, brachte sogar 30 Prozent
Kraftstoffeinsparung. Bei Fahrversuchen mit dem Diesel-Trabant wurde von unterschiedlichen
neutralen Prüfstellen ein Durchschnittsverbrauch von 4,5l/100 km gemessen.
In Verbindung mit der neuen strömungsgünstigen Karosserie hätte man schon Mitte
der 80er Jahre ein "4-Liter-Auto" haben können.
Das Ergebnis war so überzeugend, daß sich damals sogar Regierung und Politbüro
für die Produktionseinführung einsetzten. Der Generaldirektor des Werkzeugmaschinenbaus
erklärte sich bereit, alle erforderlichen Taktstraßen zu liefern, wenn er dafür
drei Jahre vom Export entbunden würde. Das allerdings geschah bei dem immer
größer werdenden Devisenhunger der DDR nicht. Man versuchte vielmehr, das Problem
über den den Import der benötigten Werkzeugmaschinen zu lösen.
Große Hindernisse gab es auch bei der Serienvorbereitung der neuen Karosserie.
Die erforderlichen Umformwerkzeuge konnten in der DDR nicht hergestellt werden.
Bis 1969 hatte der Automobilbau seinen eigenen Formenbau in Schwarzenberg. Dieser
wurde damals dem Pressenbau Erfurt zugeteilt. Pressen aus Erfurt waren ein gutgehender
Exportartikel. Die Käufer wollten aber sogenannte Komplettlösungen, also Pressen
und Formen. Damit war auch der Formenbau voll für den Export ausgelastet und
für die Erfordernisse des Automobilbaus war keine Kapazität mehr vorhanden.
Verhandlungen mit sowjetischen und polnischen Firmen führten zu zwei Jahren
Verzögerung. Auch das Problem der Werkzeugmaschinenbeschaffung für den Dieselmotor
zog sich in die Länge.
Der Trabant und VW
In dieser Situation wurde eine Meldung bekannt, wonach
die Firma Volkswagen AG in Hannover ein Motorenwerk aus Gründen der Überkapazität
aufgeben wollte. Diese Information stellte sich als wahr heraus und nach längeren
Verhandlungen kam man überein, die Maschinen nach einer Generalreparatur nach
Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) umzusetzten und diese durch Gegenlieferung von Rumpfmotoren
zu bezahlen.
Der Einbau der VW-Motoren in den Trabant erforderte eine bedeutende Umkonstruktion
des Motorraumes und ein neues Getriebe. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das
Fahrwerk grundlegend modernisiert, dagegen gab es am äußeren Erscheinungsbild
nur geringfügige Veränderungen.
Der Einbau der inzwischen in Karl-Marx-Stadt produzierten Motoren mit 1100 ccm
Hubraum begann Mitte 1988. Bis dahin wurde der Trabant 30 Jahre mit nur relativ
kleinen Ändeungen gebaut.
Die 1988 wirksam gewordenen Veränderungen fanden ihren Niederschlag in dem geänderten
Typennamen "Trabant 1.1". Diesem Typ war allerdings keine lange Produktionsdauer
beschieden.
Das Ende der Trabant-(Produktions)-Ära
Am 9. November 1989 kam es in der DDR zur politischen
Wende, als deren Folge die Bürger der DDR Zugriff auf westliche Kraftfahrzeuge
bekamen. Dadurch ging der Absatz sowohl beim Typ 601 als auch beim Typ 1.1 enorm
zurück. Der Versuch mit neuen Karosserievarianten den Absatz wieder anzukurbeln,
schlug schon desshalb fehl, weil Sachsenring nicht die Mittel hatte, diese neuen
Varianten mit einer großen Werbeaktion bekannt zu machen. So lief am 25. Juli 1990
in Zwickau der letzte Trabant P 601 vom Band. Am gleichen Tag wurde
der erste VW Polo in Zwickau in Serie montiert.
Am 30. April 1991 rollte dann der allerletzte Trabant, ein Trabant 1.1,
vom Fließband sofort ins Automobilmuseum "August Horch Zwickau".
Eine Ära mit Freud und Leid war zu Ende. 3.096.099 Trabant hatten im Laufe von
33 Jahren Produktionszeit den "VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau" bzw.
seit 1990 die "Sachsenring Automobilwerke GmbH" verlassen.
...
Quellen:
Meissner, Wie helfe ich mir selbst!, VEB
Verlag Technik, 1974
Matthias Röcke, "Die Trabi-Story", 1998
Heel Verlag GmbH
Prof. Dr.-Ing. F. Meißner, "Du und Dein
Trabant" das Informationsblatt für Trabantfahrer
Mitgliederzeitschrift des Internationalen Trabant-Registers "Inter Trab" e.V.
Ausgabe Nummer 32, Sommer 1997
DIE TECHNISCHEN DATEN
des P 70, P 50, P 601 und des Trabant
1.1
Technische Daten des P 70 (1955-1959)
| Motor: Zweizylinder-Zweitakter, wassergekühlt | ||||
| Motorentyp | P 70 | ![]() |
||
| Hubraum in ccm | 690 | |||
| Bohrung x Hub in mm | 76x76 | |||
| PS bei U/min | 22/3500 | |||
| max. Drehmoment | 5,4 | |||
| mgk bei U/min | 3500 | |||
| Verdichtung | 6,8:1 | |||
| Schmierung/Öl zu Kraftstoff | 1:25 | |||
| Batterie | 12 V 70 Ah | |||
| Lichtmaschine | Dynastart 250 W | |||
| Gemischaufbereitung | 1 Flachstromvergaser | |||
| Kraftübertragung: Frontantrieb, Einscheibentrockenkupplung, Krückstockschaltung | ||||
| Getriebe | Dreigang | |||
| Synchronisierung | nein | |||
| Getriebeübersetzung | 1. Gang | 3,44 | ||
| 2. Gang | 1,69 | |||
| 3. Gang | 1,00 | |||
| 4. Gang | - | |||
| Antriebsübersetzung | 5,8 | |||
| Fahrwerk: Kastenprofilrahmen Duroplast-Kunststoff-Karosserie in Schalenbauweise | ||||
| Radführung vorn | Querlenker, Querfeder | |||
| Radführung hinten | Starrachse, Querfeder | |||
| Lenkung | Zahnstange | |||
| Bremsen | vier Trommelbremsen, mechanisch | |||
| Masse und Gewichte: | ||||
| Radstand in mm | 2380 | |||
| Spurweite vorn in mm | 1190 | |||
| Spurweite hinten in mm | 1200 | |||
| Länge, Breite, Höhe | 3740, 1500, 1480 (Coupe´: 3740, 1500, 1400) | |||
| Reifengrösse | 5,00-16 | |||
| Wendekreis in m | 10 | |||
| Leergewicht in kg | 800 (Kombi: 830, Coupe´: 875) | |||
| zulässiges Gesamtgewicht in kg | 1150 | |||
| Tankinhalt in l | 32 | |||
| Fahrleistung (Werksangaben): | ||||
| max. Geschwindigkeit in km/h | 90 | |||
| Verbrauch in l auf 100 km | 7 | |||
P 70, P 50, P 601, Trabant 1.1
| Technische Daten des | P 50 (Trabant 500 1957-1962) |
| abweichende Motordaten | P 50Z (1959) |
| P 50/1 (1959-1962) | |
| P 60/61 (Trabant 600 1962-1964) |
| Motor: Zweizylinder-Zweitakter mit Flachdrehschieber luftgekühlt über Axialgebläse | ||||
| Motorentyp | P 50 (1958-1959) | |
||
| Hubraum in ccm | 499 | |||
| Bohrung x Hub in mm | 66x73 | |||
| PS bei U/min | 18/3750 | |||
| max. Drehmoment | 4,15 | |||
| mgk bei U/min | 2750 | |||
| Verdichtung | 6,6:1 | |||
| Schmierung/Öl zu Kraftstoff | 1:25 | |||
| Batterie | 6 V 56 Ah | |||
| Lichtmaschine | 180 W | |||
| Gemischaufbereitung | 1 Flachstromvergaser | |||
| Kraftübertragung: Frontantrieb, Einscheibentrockenkupplung, Krückstockschaltung | ||||
| Getriebe | Viergang | |||
| Synchronisierung | nein | |||
| Getriebeübersetzung | 1. Gang | 4,08 | ||
| 2. Gang | 2,38 | |||
| 3. Gang | 1,50 | |||
| 4. Gang | 1,00 | |||
| Antriebsübersetzung | 4,93 | |||
| Fahrwerk: selbsttragende Bodenplattform Duroplast-Kunststoff-Karosserie mit Stahlblechgerippe | ||||
| Radführung vorn | Einzelradaufhängung, Querfeder | |||
| Radführung hinten | Einzelradaufhängung, Querfeder, Pendelachse mit Dreieckslenkern | |||
| Lenkung | Zahnstange | |||
| Bremsen | vier Trommelbremsen, mechanisch | |||
| Masse und Gewichte: | ||||
| Radstand in mm | 2020 | |||
| Spurweite vorn in mm | 1200 | |||
| Spurweite hinten in mm | 1240 | |||
| Länge, Breite, Höhe | 3361, 1493, 1460 (Kombi ab 1960: 3600, 1493, 1460) | |||
| Reifengrösse | 5,20-13 | |||
| Wendekreis in m | 10 | |||
| Leergewicht in kg | 620 | |||
| zulässiges Gesamtgewicht in kg | 950 | |||
| Tankinhalt in l | 24 | |||
| Fahrleistung (Werksangaben): | ||||
| max. Geschwindigkeit in km/h | 90 | |||
| Verbrauch in l auf 100 km | 6 | |||
| Motorentyp | P 50Z (1959) | P 50/1 (1959-62) | P 60/61 (1962-69) | |||
| Hubraum in ccm | 499 | 499 | 594,5 | |||
| Bohrung x Hub in mm | 66x73 | 66x73 | 72x73 | |||
| PS bei U/min | 18/3750 | 20/3900 | 23/4000 | |||
| max. Drehmoment | 4,3 | 4,50 | 5,3 | |||
| mgk bei U/min | 2750 | 2750 | 2800 | |||
| Verdichtung | 6,8:1 | 7,1:1 | 7,5:1 | |||
| Schmierung, Öl zu Kraftstoff | 1:33 | 1:33 | 1:33 | |||
| max. Geschw. in km/h | 95 | 95 | 100 | |||
| Anmerkung: Trabant 500 ab 1962: vollsynchronisiertes Getriebe, Lichtmaschine 6 V 220 W | ||||||
P 70, P 50, P 601, Trabant 1.1
Technische Daten des P 601 (1964-1990)
Abweichende
Motordaten für Trabant 601
| Motor: Zweizylinder-Zweitakter mit Flachdrehschieber luftgekühlt über Axialgebläse | ||||
| Motorentyp | P 60/61 | ![]() |
||
| Hubraum in ccm | 594,5 | |||
| Bohrung x Hub in mm | 72x73 | |||
| PS bei U/min | 23/4000 | |||
| max. Drehmoment | 5,3 | |||
| mgk bei U/min | 2800 | |||
| Verdichtung | 7,6:1 | |||
| Schmierung/Öl zu Kraftstoff | 1:33 | |||
| Batterie | 6 V 56 Ah (ab 1984: 12 V 38 Ah) | |||
| Lichtmaschine | 6 V 220 W (ab 1984: Drehstrom 42 A) | |||
| Gemischaufbereitung | 1 Flachstromvergaser | |||
| Kraftübertragung: Frontantrieb, Einscheibentrockenkupplung, Krückstockschaltung | ||||
| Getriebe | Viergang | |||
| Synchronisierung | ja | |||
| Getriebeübersetzung | 1. Gang | 4,08 | ||
| 2. Gang | 2,32 | |||
| 3. Gang | 1,52 | |||
| 4. Gang | 1,03 | |||
| Antriebsübersetzung | 4,33 | |||
| Fahrwerk: selbsttragende Bodenplattform, Duroplast-Kunststoff-Karosserie mit Stahlblechgerippe | ||||
| Radführung vorn | Einzelradaufhängung, Querlenker, Querfeder | |||
| Radführung hinten | Einzelradaufhängung, Pendelachse mit Dreieckslenkern, Querfeder (ab 1988: Schraubenfedern) | |||
| Lenkung | Zahnstange | |||
| Bremsen | vier Trommelbremsen, mechanisch | |||
| Masse und Gewichte: | ||||
| Radstand in mm | 2020 | |||
| Spurweite vorn in mm | 1211 | |||
| Spurweite hinten in mm | 1255 | |||
| Länge, Breite, Höhe | 3555, 1510, 1437 (Universal: 3560, 1510, 1437, Tramp: 3480, 1506, 1465) | |||
| Reifengrösse | 5,20-13 | |||
| Wendekreis in m | 10 | |||
| Leergewicht in kg | 615 (Universal: 650, Tramp: 645) | |||
| zulässiges Gesamtgewicht in kg | 950 (Universal: 1040, Tramp: 1020) | |||
| Tankinhalt in l | 24 (ab April 1973: 26) | |||
| Fahrleistung (Werksangaben): | ||||
| max. Geschwindigkeit in km/h | 100 | |||
| Verbrauch in l auf 100 km | 7 | |||
| Motorentyp | P 63/64 (1969-74), P 65/66 (1974-90 neuer Vergaser) | |
| Hubraum in ccm | 594,5 | |
| Bohrung x Hub in mm | 72x73 | |
| PS bei U/min | 26/4200 | |
| max. Drehmoment | 5,5 | |
| mgk bei U/min | 3000 | |
| Verdichtung | 7,5:1 | |
| Schmierung, Öl zu Kraftstoff | 1:33 (ab 1974: 1:25) | |
| max. Geschw. in km/h | 100 |
P 70, P 50, P 601, Trabant 1.1
Technische Daten des Trabant 1.1 (1990-1991)
| Motor: Vierzylinder-Viertakter | ||||
| Motorentyp | BM 820 (Lizenz VW) | ![]() |
||
| Hubraum in ccm | 1043 | |||
| Bohrung x Hub in mm | 75x59 | |||
| PS bei U/min | 40/5300 | |||
| max. Drehmoment | 7,4 | |||
| mgk bei U/min | 3000 | |||
| Verdichtung | 9,5:1 | |||
| Ventile Schmierung/Öl zu Kraftstoff |
hängend, 1 obenliegende Nockenwelle, Antrieb über Zahnriemen | |||
| Batterie | 12 V 44 Ah | |||
| Lichtmaschine | Drehstrom 53 A | |||
| Gemischaufbereitung | 1 Fallstromvergaser | |||
| Kraftübertragung: Frontantrieb, Einscheibentrockenkupplung, Knüppelschaltung | ||||
| Getriebe | Viergang | |||
| Synchronisierung | ja | |||
| Getriebeübersetzung | 1. Gang | 3,250 | ||
| 2. Gang | 2,053 | |||
| 3. Gang | 1,342 | |||
| 4. Gang | 0,9950 | |||
| Antriebsübersetzung | 4,276 | |||
| Fahrwerk: selbsttragende Bodenplattform, Duroplast-Kunststoff-Karosserie mit Stahlblechgerippe | ||||
| Radführung vorn | Einzelradaufhängung, McPherson-Federbeine, Schraubenfedern, Querlenker, Querstabilisator | |||
| Radführung hinten | Schräglenker, Schraubenfedern | |||
| Lenkung | Zahnstange | |||
| Bremsen | vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen | |||
| Masse und Gewichte: | ||||
| Radstand in mm | 2020 | |||
| Spurweite vorn in mm | 1284 | |||
| Spurweite hinten in mm | 1255 | |||
| Länge, Breite, Höhe | 3521, 1528, 1420 ((Universal: 3516, 1528, 1420, Tramp: 3466, 1524, 1448) | |||
| Reifengrösse | 145 R 13 | |||
| Wendekreis in m | 10 | |||
| Leergewicht in kg | 700 (Universal: 740, Tramp: 730) | |||
| zulässiges Gesamtgewicht in kg | 1085 (Universal: 1125, Tramp: 1155) | |||
| Tankinhalt in l | 28 | |||
| Fahrleistung (Werksangaben): | ||||
| max. Geschwindigkeit in km/h | 125 | |||
| Verbrauch in l auf 100 km | 8 | |||